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NST – Ein Imagefilm

Als ich vor einigen Jahren den Dokumentarfilm „Durch die Wildnis Amerikas 3.000 Kilometer zu Fuß auf dem Appalachian Trail“ gesehen habe, war es um mich geschehen. Ich wollte unbedingt auch mal einen so langen Weg gehen, es musste allerdings nicht unbedingt Amerika sein. Also suchte ich nach vergleichbaren Fernwanderwegen in Deutschland. Doch zu meinem Erstaunen fand ich in Deutschland nichts Vergleichbares. Die Suche bei Google nach Begriffen wie „Thruhike Deutschland“ etc. ergab nichts…naja, fast nichts. Ich fand damals ein Video:
Westweg – An Adventure In The Black Forest

Über den AT und den PCT gab es tausende Filme, Gear Videos und Dokumentationen – und ich hatte sie alle gesehen. Doch dieser Film von Frank über seine Westweg Tour war damals der erste und einzige Thruhiker Film aus unserem Land.

Und für mich war er dadurch auch der Startschuss von Soultrails, meinem eigenen YouTube Kanal. Wie konnte es sein, dass es in Deutschland keine Kanäle über Thruhikes und Ultra Leicht Ausrüstung gab? Also legte ich einfach los…
Zum Glück lernte ich Frank auf dem NST im Hegau kennen, wir redetet fast nur übers Filmen und die Faszination des Fernwanderns.

Als ich die Idee für eine Art Imagefilm über den NST hatte, kam natürlich nur Frank für dieses Projekt in Frage. Frank zögerte keine Sekunde und war mit Leib und Seele dabei. Ich glaube das ist eine der Besonderheiten beim Nord Süd Trail, jeder kann etwas dazu beitragen, sich einbringen… Ein Weg von Wanderern für Wanderer.

Frank Hikes :

„Seitdem ich das Buch „A walk in the woods“, oder auf deutsch „Picknick mit Bären“ von Bill Bryson 2010 gelesen hatte, war ich vom Fernwandern angefixt. Ich meldete mich in verschiedenen Foren an, besorgte mir Ausrüstung und machte mich dann 2011 auf zu meiner ersten Fernwanderung. Ich war so voller Begeisterung, dass mich nichts hätte aufhalten können. Alles war genauso wie ich es mir in meinen Träumen vorgestellt hatte. Ich schlief im Zelt oder in den Schutzhütten und hatte mit dem Wetter Glück. So war meine erste Wanderung auf dem Westweg eines meiner schönsten Erlebnisse. Ich machte etliche Fotos vom Weg und fotografierte die Schutzhütten um anderen Wanderern die Planung für ihr Abenteuer zu erleichtern. Doch eines fehlte mir! Viel lieber hätte ich alles in bewegten Bildern festgehalten. Und so entschied ich mich ein Jahr später meine nächste Tour zu filmen. Viel Gedanken über die Qualität des Filmmaterials machte ich mir dabei allerdings nicht. Ich hatte nicht einmal ein Stativ dabei. So buchte ich dieses Abenteuer in den Vogesen unter dem Thema lernen ab.

Anfang 2015 bekam ich von meiner Freundin Jennifer aus den USA eine neue Kamera als Geschenk um auch in diesem Jahr wieder filmen zu können. Ich entschied mich nochmals den Westweg zu gehen und diesmal einfach alles festzuhalten. So entsand mein wirklich erster, richtiger Film über eine Ferwanderung „Westweg – An Adventure In The Black Forest“.  Eine Veröffentlichg hatte ich eigentlich nicht geplant. Doch als ich Jennifer den Film geschickt hatte, überredete sie mich diesen bei YouTube hochzuladen. Ich war einverstanden, dass er auf ihrem Kanal erschien und seither kann man ihn dort immer noch anschauen. Ein Jahr später entschloss ich mich einen eigenen Kanal zu erstellen. Leider traf ich nach einem Tourabbruch 2019 eine schwerwiegende Entscheidung und gab das Filmen auf. Ich hatte aber vorerst auch meine Lust am Wandern verloren, was jedoch nicht lange anhielt. Etwa 3 Monate später nahm ich am Megamarsch in Stuttgart teil und lief die 100 Kilometer mit dem gleichen Enthusiasmus wie damals den Westweg, in 20 Stunden und 30 Minuten. Zumindest hatte ich die Lust am Abenteuer nicht verloren. Am späten Nachmittag des 19. September 2020 traf ich oberhalb des Schleifenbach Wasserfalls bei Blumberg im Schwarzwald Soulboy, um ihn für ein paar Tage auf seinem Thruhike des Nord Süd Trail zu begleiten. Oft drehten sich unsere Gespräche über Ausrüstung. Aber mehr und mehr kam auch das Thema Filmen in unseren Gesprächen vor. Als wir beide dann in Singen angekommen, am Bahnhof auf meinen Zug warteten, redete Soulboy auf mich ein, mit dem Filmen wieder anzufangen. Für mich ist es eine große Leidenschaft. Aber wenn die Freude daran fehlt bekommt man auch kein gutes Ergebnis hin. Ich versprach Ihm am Bahnsteig mir das Ganze noch einmal zu überlegen. Und so hörte ich die nächsten Monate in mich hinein.

Ich begann mir irgendwann über mögliches Equipment Gedanken zu machen, informierte mich und schaute mir unendlich viele Videos an. Gute drei Monate nach diesem Gespräch legte ich mir die erste, neue Kamera zu. Kurz danach auch gleich noch die zweite. Ich plante eine neue Tour. Wie und was ich filmen wollte. Direkt nachdem ich aufgebrochen war, merkte ich, dass ich meine Leidenschaft zurückhatte. Oft filmte ich mehr als das ich wanderte und kam nicht wirklich voran. An den ersten Tagen war es schon immer dunkel als ich an meinen geplanten Übernachtungsplätzen ankam. Soulboy hatte mich dazu überredet. Und so war ich mit meinem ganzen herzen wieder voll dabei. Ich eröffnete einen neuen YouTube Kanal um jeden daran Teil haben zu lassen. Nachdem ich im Sommer auf der alpinen Variante des Nord Süd Trails unterwegs war, bekam ich von Soulboy eine Anfrage, ob ich denn nicht einen kurzen Film über den NST machen könnte.

Frank auf dem NST 2020

Ich überlegte nicht einmal eine Sekunde und sagte sofort zu. Eigentlich wollte ich ja den Zweitälersteig im Schwarzwald gehen. Aber dieser Trail rennt ja nicht weg. Ich fuhr an verschiedene Orte des NST und machte selbst neue Erfahrungen. Oft war ich zu Sonnenunter.- und Sonnenaufgängen an ganz besonderen Orten des Trails. Dabei traf ich auch die Wandermaus. Die erste Thruhikerin des Nord Süd Trails. Wir waren ständig in Kontakt und ich informierte Soulboy über meine Drehorte, zeigte ihm kurze Clips und ließ ihn an jedem einzelnen Schritt der Entwicklung Teil haben. Nicht nur in die Filmarbeiten, sondern auch in den Schnitt und die Bearbeitung legte ich dann mein ganzes Herzblut. Alleine schon deshalb, weil mir dieser Weg und das ganze Projekt ans Herz gewachsen war. Auch dadurch lernte ich die Vielfalt des Weges und unseres Landes kennen. Und das in dieser kurzen Zeit. Jetzt stellt man sich einmal vor, man erfährt all das an einem Stück, auf einem Weg….“

Es ist ein langer Weg,

doch er lohnt sich – immer! Mein Dank gilt natürlich Frank und seinem YouTube Kanal „Frank Hikes“, ein Kanal der eigentlich 1000-mal mehr Abonnenten und Aufmerksamkeit verdient hätte. Schließlich war Frank einer der ersten YouTuber, die das Thema Thruhiking in Deutschland aufgegriffen haben. Ich kann euch nur ans Herz legen mal auf seinem Kanal vorbeizuschauen. Und wenn es Euch da genau so gut gefällt wie mir, dann lasst ein Abo da oder schreibt einen netten Kommentar. Es gibt schließlich nicht mehr viele Idealisten die sich so viel Mühe und Arbeit machen und das auch noch alles kostenlos zur Verfügung stellen.
Ein sehr schönes Making-of zu dem Imagefilm gibt es auf seinem Kanal:

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