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Podcast „Wanderwach & Kaffee“

Mareike erzählt, wie man vom Wandern zum Weitwandern und zu „Wanderwach & Kaffee“ kommt
Mareike auf dem Rennsteig

Der Rennsteig – für mich war dieser 168 km lange Wanderweg auf dem Kamm des Thüringer Waldes als Kind immer der Inbegriff des Horrors. Wie so viele andere Kinder wurde auch ich von meinen Eltern gern sonntags zum Spazierengehen in den Wald, entweder auf den Rennsteig oder in seine Umgebung, geschleppt. Aufgewachsen in unmittelbarer Nähe zum Rennsteig, konnte ich es gar nicht erwarten, im Alter von 18 zunächst zum Studium zu gehen und dann in die Welt zu ziehen. Mit Mitte 20 entdeckte ich dann das Radwandern und schließlich das Wandern. Wer hätte gedacht, dass ich vom Radfahren mal zum Weitwandern umschwenken würde?!

Zunächst von Unterkunft zu Unterkunft gemeinsam mit meiner Mutter in Cornwall, in Irland und auch in Deutschland und Schweden;

dann ausgiebig mit der Sicherheit durch lokale Guides mit dem Zelt quer durch Kirgistan, die Mongolei, Nepal und Ladakh im Norden Indiens. Aber die Initialzündung gab es dann für mich mit dem Pacific Crest Trail 2017.

Das war das erste Mal, dass ich ganz allein und vollkommen auf mich gestellt für mehrere Wochen (ich plante ursprünglich nur einen Abschnitt zu wandern) und dann schließlich Monate unterwegs war. Als ich an der mexikanischen Grenze ankam, hatte ich noch lange nicht genug: Über Australien (Great Ocean Walk), ging es für mich weiter nach Neuseeland auf den Te Araroa, weiter auf den Kilimanjaro, auf den Mount Kenya, zurück auf den PCT, in die Appalachen an der US-Ostküste auf den Benton-MacKaye-Trail, auf den Laugavegur nach Island und schließlich auf den höchsten Berg Südamerikas, den Aconcagua. Das, was 2017 als Wanderauszeit nach einem Job geplant war, wurde eine zweijährige Wanderweltreise, die mein Leben nachhaltig verändern sollte.

Ein Job in China schloss sich an und dann kam die Pandemie und über Umwege landete ich wieder im Thüringer Wald, wieder in unmittelbarer Nähe des Rennsteiges. Online-Arbeiten zu sehr frühen und sehr späten Stunden ermöglichte mir, mehrfach den Rennsteig, den Eisenach-Budapest-Trail in Deutschland und große Teile des Grünen Bandes zu erwandern. Immer wieder auch spontan war ich auf neuen Routen im Thüringer Wald unterwegs. Ich kann nicht anders und sagen, dass mich das weite Wandern während der Pandemie vom Durchdrehen abgehalten hat. Anders wäre es kaum möglich gewesen, auszuhalten, dass mein internationales Leben mit internationalem Job und internationalem Partner auf einem anderen Kontinent, erstmal auf „Pause“ gesetzt wurde. Aber noch etwas hat mich gerettet:

Konnte man lange nicht in der Welt auf den großen Trails unterwegs sein und sich mit seiner gewohnten Community austauschen, musste ich mir die Community eben in den Thüringer Wald holen! Schon lange war ich ein großer Fan von Podcasts und so schwierig konnte das schon nicht sein, oder? Ich hatte ja Zeit und so entstand relativ schnell „Wanderwach & Kaffee“! Die Idee des Podcast ist, dass ich mich mit unterschiedlichen Gästen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse beim weiten Wandern unterhalte: Warum macht man „so was“? Was erlebt man unterwegs? Was macht das mit einem? Wie geht das Leben danach weiter? Der Podcast soll inspirieren, Mut machen, zum Nachdenken anregen und auch die Story hinter der Story erzählen.

Schon zweimal hat sich Mareike dem Thema Nord Süd Trail gewidmet.

Ich tauchte also noch tiefer in die Welt des Weitwanderns ein. Mit je mehr Gästen ich sprach, desto mehr Inspiration holte ich mir.

Kaum konnte man noch während der Pandemie wieder internationaler reisen, machte ich mich erneut auf: War Wandern und Übernachten im Zelt nicht die ideale Isolation? Auf dem GR131 über alle Kanarischen Inseln, einmal um den Lake Tahoe auf dem Tahoe Rim Trail in Kalifornien und Nevada und schließlich mit dem Fahrrad von Deutschland durch Finnland und Nordnorwegen unterwegs zum Nordkapp. Immer getrieben von dem, was das weite Wandern und auch das Bikepacking ausmacht: Dem Drang nach Freiheit, Selbstbestimmung, Grenzen verschieben und der Suche nach dem, was wir eigentlich sind und was ich selbst eigentlich als reiches Leben verstehe.

Kaum zurück vom Nordkapp, öffnete Neuseeland endlich wieder seine Grenzen und ich konnte dahin ziehen, wo ich schon seit einiger Zeit online arbeitete. Jetzt lebe ich in Auckland, in unmittelbarer Nähe des Te Araroa und sein Ruf wird immer lauter. Noch hole ich mir durch die vielen Gespräche mit meinen spannenden Podcast-Gästen das Weitwandergefühl nach Hause, aber bald geht es für mich selbst wieder los: Bald stehe ich am Cape Reinga im Norden Neuseelands und werde die Nordinsel auf dem Te Araroa erwandern. Dazu wird es dann bestimmt auch die ein oder andere Podcast-Episode geben mit Berichten von unterwegs geben.

So, das war ein kleiner Einblick hinter die Kulissen von „Wanderwach & Kaffee“. Wir halten Mareikes Podcast für den besten im deutschsprachigen Raum, wenn es um die Themen Fernwandern und Thruhiking geht. Hier findet ihr die Website und andere nützliche Links. Viel Vergnügen beim Durchstöbern und Zuhören der zahlreichen fesselnden Geschichten aus der Welt des Wanderns.

Die Initiative Nord Süd Trail hat sich zu einem ausgedehnten Netzwerk entwickelt, das aus ehrenamtlichen Helfern, erfahrenen Fernwanderern, Wegpaten, Youtubern und Wanderführern besteht. Da wir nicht an einer finanziellen Vermarktung des Weges interessiert sind, liegt das Hauptaugenmerk weiterhin auf der Etablierung des Weges.

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